Berufsvorbereitung

Berufsvorbereitung

Eine zentrale Aufgabe der Berufsintegrationsklassen ist die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf eine Berufsausbildung. Vorliegende berufliche Erfahrungen aus den Herkunftsländern stellen hierfür eine Ressource dar. Eine große Herausforderung für die sozialpädagogischen Fachkräfte und die Lehrkräfte entsteht dadurch, dass ggf. bereits vorhandene berufliche Erfahrungen aus den Herkunftsländern in vielen Fällen nicht einfach auf das hiesige Ausbildungssystem und die hiesige Arbeitswelt übertragen werden können. Die Vermittlung des Wertes einer fundierten Berufsausbildung innerhalb unseres Bildungssystems stellt eine Herausforderung und zentrale Aufgabe innerhalb der Berufsvorbereitung dar.

Insbesondere ergeben sich folgende Zwischenergebnisse des Modellprojektes:

  • Für eine erfolgreiche Berufsvorbereitung ist die Nutzung lokaler Netzwerke unerlässlich. Ein enger Kontakt mit den Praktikumsbetrieben ist hier hervorzuheben. Weitere Informationen zu Netzwerken sind im Handlungsfeld Schulorganisation zu finden.
  • Speziell im Handlungsfeld Berufsvorbereitung ist auch Offenheit für die Kooperation mit vor Ort aktiven Migrantenselbstorganisationen nützlich.
  • Die Herstellung von Kontakten zu Unternehmern mit Migrationshintergrund kann ggf. die Anzahl der zur Verfügung stehenden Praktikums- und Ausbildungsbetriebe erweitern und die berufsweltliche Integration der Schülerinnen und Schüler befördern.
  • Praktischer Unterricht wirkt sich i. d. R. positiv auf die Motivation und den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler aus und sollte nach Möglichkeit schon während der Berufsintegrationsvorklasse (BIK/V) angeboten werden.
  • Teilweise verfügen die Schülerinnen und Schüler über berufliche Vorerfahrungen. Diese sollten aktiviert und in Unterricht und Praktikum als Ressource genutzt werden. Das Selbstwirksamkeitserleben der Jugendlichen kann so gestärkt werden.
  • Durch Betriebsbesichtigungen können Eindrücke aus der Arbeitswelt gesammelt und erste Kontakte zu Betrieben hergestellt werden.
  • Im Einzelfall kann die Ableistung erster Praktika schon während der Berufsintegrationsvorklasse (BIK/V) sinnvoll sein. Hierbei sollte berücksichtigt werden, dass durch Praktika im 1. Jahr unter Umständen die Situation entstehen kann, dass die Jugendlichen die Berufsintegrationsvorklassen für die (verfrühte) Aufnahme einer Ausbildung oder für die Annahme einer Arbeit als ungelernte Hilfskraft vorzeitig beenden.
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