Schulungsangebot „Flucht, Asyl, (Aus-)Bildung und Arbeit – Ausländerrechtliche Bedingungen der arbeitsmarktlichen Integration von Geflüchteten“

Im Rahmen des Modellprojektes hat sich gezeigt, dass eine Information der Lehrkräfte und sozialpädagogischen Fachkräfte zu grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich des Übergangs von der Schule in eine Ausbildung oder in Arbeit erheblich zu einer Steigerung der Professionalität und zur effektiven Gestaltung der Netzwerkarbeit beiträgt. Das Modellprojekt wird dafür eng von „Tür an Tür Integrationsprojekte gGmbH“ begleitet. „Tür an Tür“ führt innerhalb des „Bayerischen IvAF-Netzwerkes für Beratung und Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge“ (BAVF) unter anderem bayernweit Schulungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter und Arbeitsagenturen durch.

Alle Beruflichen Schulen in Bayern können das Schulungsangebot „Flucht, Asyl, (Aus-)Bildung und Arbeit – Ausländerrechtliche Bedingungen der arbeitsmarktlichen Integration von Geflüchteten“ nun kostenfrei als schulinterne Lehrerfortbildung nutzen. Entsprechende Anfragen können die Schulen an die Ansprechpartner für Flüchtlingsfragen an Berufsschulen der jeweiligen Bezirksregierungen richten.

Unter https://tuerantuer.de/bavf/publikationen sind aktuelle Informationen zum Themengebiet verfügbar. Besonders hingewiesen wird auf die „Übersicht zur Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt“ und den „Zeitstrahl-Status“.

Demokratieerziehung

Gemeinsam mit der Hanns-Seidel-Stiftung e. V. haben die Stiftung Bildungspakt Bayern und das Bayerische Kultusministerium im Februar 2017 den Kongress „Flucht nach Bayern – Wie gelingt Demokratieerziehung?“ durchgeführt. Das überaus große Interesse an einer Teilnahme hat gezeigt: Die Frage ist für die berufliche Bildung von sehr großer Relevanz.

Die hier zum Download bereitgestellte Publikation dokumentiert die Veranstaltung und gibt darüber hinaus konkrete Hinweise zur Umsetzung der Demokratieerziehung im Rahmen des Lehrplans für Berufsintegrationsklassen (v. a. in den Artikeln von Andreas Streinz, Dr. Tabea Kretschmann und Muhittin Arslan).

Referenten auf der Tagung (Auswahl):

Markt der Möglichkeiten

Auf einem umfangreichen Markt der Möglichkeiten wurden schulische und außerschulische Projekte sowie Beratungsangebote vorgestellt. Ab Seite 81 in der Publikation sind alle Angebote beschrieben und Ansprechpartner genannt. Hier erfolgt eine knappe Auflistung der Angebote:

Die aufgeführten Projekte sind teilweise innerhalb der „Initiative für Integration und Toleranz“ der Stiftung Wertebündnis Bayern organisiert.

Die steigenden Schülerzahlen im Bereich der Berufsintegrationsklassen führten zur Notwendigkeit, die interkulturelle Öffnung der Berufsschule zu thematisieren. Aufgrund der unterschiedlichen Hintergrundinformationen und der sich daraus ergebenen heterogenen Einstellung gegenüber der Thematik im gesamten Kollegium, war es notwendig, die Wertschätzung und Nutzung der unterschiedlichen Kulturstandards deutlich herauszustellen. Das gesamte Schulteam sollte mittels geeigneter Maßnahmen grundlegend sensibilisiert werden und sich mit der persönlichen Einstellung – mithilfe nachvollziehbaren Inputs – offen und kritisch auseinandersetzen.

Das Berufliche Schulzentrum Schwandorf hat mit einem zweistufigen Vorgehen auf diese Notwendigkeit reagiert.

  1. Fortbildung für das gesamte Schulteam

Das gesamte Schulteam nimmt an einem interkulturellen Training im Rahmen des pädagogischen Tages teil. Ziel ist die Stärkung der interkulturellen Kompetenz. Es geht um das Erfassen von kulturellen Einflussfaktoren im Wahrnehmen, Denken, Empfinden, Urteilen und Handeln bei sich selbst und bei fremden Personen. Weiter geht es um die Wertschätzung und Nutzung der unterschiedlichen Kulturstandards.

Hilfreiche Themen und Inhalte eines solchen Fortbildungstages sind:

  • Was ist Kultur?
  • Kulturen und Wertorientierungen
  • Kultur und Kulturstandards
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Dimensionen Kultur – Schule
  • Arbeiten mit Fallbeispielen – Reflexionsübungen
  1. Einbeziehung weiterer relevanter Akteure

Im Rahmen des Projektes „Crossing Lifelines“ www.crossing-life-lines.de/ wurde eine Veranstaltung mit dem Titel „Chancen interkultureller Öffnung im beruflichen Bildungsprozess“ mit Lehrkräften, Unternehmern, Ausbildern und Mitarbeitern von sozialen Einrichtungen sowie von Ämtern und Behörden abgehalten.

Themen der Veranstaltung waren:

  • Interkulturelle Kompetenz in der beruflichen Bildung
  • Interkulturelles Lernfeld Schule
  • Bedarf an kultureller Sensibilität in der Schul-, Unternehmens- und Personalentwicklung: Erfahrungen und Diskussion
  • Systemcheck: Wie kulturell offen ist Ihr Betrieb? Perspektivenwechsel und Wertschätzung der eigenen Situation
  • Die Ausländerrechtliche Frage
  • Alle an einem Strang ziehen: Chancen durch Schnittstellen-Management
  • Innensicht: Ressourcen und Hindernisse auf dem beruflichen Weg in Deutschland
  • Crashkurs Arabisch

 

Hintergrundinformationen zum Projekt „Crossing Lifelines“

Idee: Junge Leute aus verschiedenen Kulturen sollen sich verstehen lernen.

Grundlage dieses Projekts war die Untersuchung der Frage, wie Integration gelingen kann. Projektansatz war nicht das Hervorheben der sozialen Situation der Flüchtlinge, sondern die Biografien von Jugendlichen aus aller Welt. Crossing Lifelines ist kein Flüchtlings-, sondern ein Begegnungsprojekt! Der kreative, interkulturelle Aspekt steht hier genauso im Vordergrund wie die Förderung der interkulturellen Kompetenz, des Spracherwerbs, der Kontaktaufnahme mit Gleichaltrigen und des Aufbaus beruflicher Perspektiven. Eine Hinführung zum qualifizierten Schulabschluss der Mittelschule wird angestrebt.

Bisherige Ergebnisse:

  • Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz
  • Schüler aus den Flüchtlingsklassen und der FOS/BOS erarbeiten gemeinsam Texte für ein Kinderbuch, um so besser IHR Thema Flucht und Heimat sowie traumatische Erfahrungen kreativ zu verarbeiten.
  • Fachtag zur interkulturellen Kompetenz

Schule

Staatliches Berufliches Schulzentrum Schwandorf


 

Ansprechpartner

Werner Nagler


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