Personalentwicklung

Personalentwicklung

Die Ausbildung des Personals für die Beschulung in Berufsintegrationsklassen ist vielfältig. In der Beschulung von Asylbewerbern und Flüchtlingen wirken neben Lehrkräften für berufliche Schulen auch Gymnasiallehrkräfte, das Lehrpersonal des Kooperationspartners und sozialpädagogische Fachkräfte mit.

Der Personaleinsatz im multiprofessionellen Team der Berufsintegrationsklassen bringt besondere Herausforderungen hinsichtlich Personalauswahl, Personaleinsatz und Personalentwicklung mit sich.

Insbesondere ergeben sich als Zwischenergebnis des Modellprojektes folgende Empfehlungen:

Grundsätzliche Rahmenbedingungen

  • Es werden möglichst Lehrkräfte eingesetzt, die in Berufsintegrationsklassen arbeiten wollen.
  • Wünschenswert ist ein multiprofessionelles Team, in dem breitgefächerte (interkulturelle) Kompetenzen vorhanden sind. Ein zusätzlicher Gewinn können Menschen mit eigener Migrationsgeschichte oder Auslandserfahrung sein.
  • Die Schulleitung achtet in besonderem Maße auf die Unterstützung der Lehrkräfte, damit diese den speziellen Herausforderungen gerecht werden können.
  • Im möglichen und nötigen Rahmen erhalten die Lehrkräfte für die Arbeit in Berufsintegrationsklassen gestalterische Freiheit und Autonomie.
  • Aufgrund der gegebenen Organisation der meist kooperativen Beschulung und der großen Anzahl an Berufsintegrationsklassen ist es schwierig, qualifiziertes Personal für ein multiprofessionelles Team zu finden. Umso wichtiger ist es, die Arbeitsbedingungen für befristete Angestellte der Schule und des Kooperationspartners möglichst planbar und verlässlich zu gestalten, sodass häufigem Personalwechsel vorgebeugt werden kann und eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Akteure langfristig möglich ist.

Fort- und Weiterbildungen

  • Damit eine interkulturelle Öffnung der Schule gelingt und Missverständnisse vermieden werden, wird empfohlen, das gesamte Kollegium über die Struktur und Zusammensetzung der Berufsintegrationsklassen zu informieren und schulintern fortzubilden. Ziel dabei ist auch, dass die Lehrkräfte für interkulturelle Begegnungen sensibilisiert werden und gegebenenfalls eigene Vorurteile reflektieren.
  • Um die Qualität der Beschulung zu fördern, wird dem gesamten Team der Berufsintegrationsklassen (Lehrkräfte der Schule und des Kooperationspartners, sozialpädagogische Fachkräfte) die Gelegenheit für bedarfsorientierte Fort-/und Weiterbildungen gegeben.
  • Da die unterschiedlichen Sprachniveaus der Schülerinnen und Schüler hohe und zum Teil neuartige Anforderungen an das Lehrerhandeln stellen, sind Weiterbildungen zu geeigneten Methoden und zu einer kultur- wie sprachsensiblen Didaktik hilfreich (für DaZ-Lehrkräfte und Fachlehrkräfte am besten als Team).
  • Fortbildungsangebote zur interkulturellen Kompetenz haben für das gesamte Team einen Mehrwert. Für sozialpädagogische Fachkräfte sind rechtliche Inhalte und das Thema Traumatisierung sehr relevant.
  • Die Nutzung von regelmäßiger kollegialer Beratung wird empfohlen, da die individuellen Handlungsmöglichkeiten erweitert und neue Sichtweisen ermöglicht werden.
  • Besonders für neue Lehrkräfte ist es hilfreich, in den verschiedenen Formen der Berufsintegrationsklassen zu hospitieren. Ebenso werden sie idealerweise durch Informationsveranstaltungen, die Bildung von Tandems (Fachlehrer und DaZ-Lehrer) und die Einführung eines Unterstützungssystems, in dem sie von erfahreneren Lehrkräften begleitet werden, unterstützt.
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